Luftfracht

Marvin Meyke,

Turkish Airlines Cargo will wachsen

Turkish Cargo zählt laut eigenen Angaben zu den am schnellsten wachsenden Luftfrachtmarken weltweit. Dann kam die globale Corona-Pandemie und der internationale Flugverkehr sank um knapp 65 Prozent. Wie die Fluggesellschaft mit den Herausforderungen umging, erläuterte Turhan Özen, Chief Cargo Officer der Turkish Airlines, bei der ersten virtuellen Sitzung des Aircargo Club Deutschland am 17. Juni.

Turhan Özen, Chief Cargo Officer der Turkish Airlines © Turkish Airlines

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie verfolgte Turkish Airlines ehrgeizige Pläne: Bis 2023 sollte die Luftfrachtmarke Turkish Cargo im Carrier-Ranking beim international transportierten Frachtgewicht von Rang sieben auf Rang fünf rücken. Doch durch die Corona-Krise gerieten die Wachstumspläne ins Wanken, denn die Frachtsparte besitzt nur 25 Vollfrachter. Der Rest wird mit Belly-Kapazitäten abgedeckt, die jedoch aufgrund des Stillstands im Passierverkehr am Boden bleiben mussten.

„Unser Team entwickelte schnell flexible und effiziente Lösungsansätze, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten. So standen wir in engem Kontakt mit den Gesundheitsorganisationen, um die wichtigen Luftfrachtverbindungen aufrechtzuerhalten“, erklärte Turhan Özen.

Passagiermaschinen umgebaut
Turkish Airlines war eine der ersten Fluggesellschaften, die ihre Passagiermaschinen zu Frachtmaschinen, sogenannten Prachtern, umbauen ließ. Zwischen März und Mai 2020 führte die Airline mehr als 1.000 Flüge mit 40 umgebauten Passagiermaschinen durch, um die Versorgung mit Medikamenten oder medizinischer Schutzausrüstung sicherzustellen und den Verlust der Belly-Kapazitäten auszugleichen.

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„Als Turkish Cargo haben wir dazu beigetragen die globale Luftbrücke im Pandemieprozess aufrechtzuerhalten. In diesem Jahr beförderten wir zwischen dem 1. Februar und dem 31. Mai mehr als 20.000 Tonnen Medikamente und medizinische Hilfsgüter. Als Turkish Cargo erzielten wir laut Ergebnissen der IATA vom 20. April einen Anstieg um 11 Prozent unserer Frachttonnenkilometer (FTK) und liegen damit nun auf dem 6. Platz der 25 führenden Fluggesellschaften. Während die internationale Luftfrachtindustrie um 15,5 Prozent schrumpfte, steigerten wir unseren globalen FTK-Marktanteil auf 4,5 Prozent", erklärte der Özen.

Frachtflotte: Jährlich ein bis drei neue Frachter
Turhan Özen betonte zudem beim ACD-Meeting, dass man sich auch in Zukunft auf Spezialfracht, wie Pharmazeutika oder verderbliche Waren konzentrieren wolle. Dafür hatte die Fluggesellschaft im April letzten Jahres als erste Airline alle drei CEIV-Zertifizierungen der IATA für Pharmazie, Frischfleisch und lebende Tiere gleichzeitig erhalten. Mit Blick auf die Zukunft sagte Turhan Özen, dass die Passagierflotte aufgrund des Rückgangs im touristischen Verkehr um zehn Prozent oder mehr schrumpfen werde, sodass auch die Kapazitätsengpässe im Belly-Bereich andauern werden. Die Frachterflotte sei von diesen Plänen jedoch nicht betroffen. Laut dem Cargo-Chef soll die Flotte sogar jährlich – je nach Marktentwicklung – um ein bis drei Frachter wachsen.

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